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Wie Sie sich im Versicherungsdschungel zurechfinden
Versicherte dürfen ruhig hohe Ansprüche an ihre Krankenversicherung stellen, schließlich geht es um die eigene Gesundheit. Es hat sich im Jahr 2009 einiges bei den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen getan: Seitdem alle Gesellschaften überall den gleichen Betrag erheben müssen, können sich nun auch gesetzlich Versicherte mehr denn je als Kunden fühlen. Konnte der Patient Mängel beim Kassen-Service früher damit entschuldigen, dass er aus Sparsamkeit einfach eine „Billig-Kasse“ ausgesucht hat, kann er heute besser die Krankenversicherungen vergleichen und ohne schlechtes Gewissen zur einer wechseln, in der er sich besser aufgehoben fühlt. Doch wer die Wahl hat, hat die Qual. Sich einen Überblick zu verschaffen, ist bei dem großen Angebot gesetzlicher Krankenversicherungen (GKV) gar nicht so einfach.
Bevor sich der Versicherte allerdings voreilig für einen Wechsel entscheidet, sollte er sich vergewissern, was ihn an seiner GKV stört. Ist es zum Beispiel die schlechte Erreichbarkeit der Krankenversicherung. Gibt es eine Geschäftsstelle mit kundenfreundlichen Öffnungszeiten in der Nähe? Sind Kundenbetreuer auch telefonisch und per E-Mail zu erreichen? Muss der Versicherte lange auf Antwort warten? Wie reagieren sie auf Kundenanliegen? Hilft die Kasse dem Patienten, seine Behandlung zu organisieren? Macht sie ihn von sich aus auf besondere Angebote aufmerksam? Vielleicht ist die aktuelle Krankenversicherung gar nicht so schlecht. Sollte dies allerdings nicht der Fall sein, sollte der Kunde ruhig die Angebote anderer Gesellschaften vergleichen und zu einer Krankenversicherung wechseln, die besser zu ihm passt.
Potentielle Wechsler sollten zudem unbedingt prüfen, ob attraktive Extras, mit denen sich die Krankenversicherungen schmücken, auch in Zukunft angeboten werden. Im Zweifel kann es sich sogar lohnen sie sich Bestätigen zu lassen, denn gerade im Gesundheitsbereich stehen noch viele Änderungen vor der Tür. Bei kleineren Kassen könnten etwa Fusionen anstehen, die das Angebot des Versicherers nachhaltig verändern.
Der Interessent sollte außerdem bei seinem Hausarzt erfragen, ob er sich an den angebotenen Versorgungsformen der anvisierten Krankenkasse beteiligt. Insbesondere für chronisch Kranke, wie Diabetiker und Patienten mit schweren Krankheitsfolgen, kann sich so die medizinische Behandlung deutlich verbessern. Falls das nicht der Fall sein sollte, können sie gar nicht von zum Beispiel angebotenen Hausarztmodellen im Kassenprogramm profitieren. Und ein Arztwechsel ist nur dann zu empfehlen, wenn sich für den Patienten die Qualität der medizinischen Behandlung verbessert. Vielen Programmen fehlen allerdings klare Qualitätsziele – den meisten Kassen geht es dabei nur um Kostenkontrolle.
Vor einem Krankenkassen Wechsel sollten auch Zuschüsse für die Teilnahme an bestimmten Gesundheits-Programmen berücksichtigt werden. Zum Beispiel geben manche Krankenversicherungen Zuschüsse zu Gesundheitskursen für den Rücken, die sich über das Jahr gerechnet lohnen.
Der Suchende sollte sich nicht von Wahltarifen ködern lassen, in denen die Krankenkasse Prämien für den Verzicht auf den Besuch beim Arzt verspricht. Selbstbehalttarife können teuer sein, sobald der Versicherte unerwartet erkrankt oder sich bei einem Unfall verletzt. Deswegen müssen Kunden, die einen Wahltarif genommen haben, bei einigen Krankenversicherungen bis zu drei Jahre erhöhte Beiträge in Kauf nehmen, wenn sie plötzlich Krank werden. Außerdem ist das Risiko groß, das der Kunde nötige Arzttermine aufschiebt, um an die Prämie zu kommen. Der Erhalt der Gesundheit sollte bei Krankenversicherung und Kunde Vorrang haben.















