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Lebensversicherung


Die Lebensversicherung ist wohl das meistverbreitete Versicherungsmodell. Das Prinzip ist einfach: Der Nehmer versichert seinen vorzeitigen Tod mit einer Versicherungssumme und sorgt gleichzeitig für ein langes Leben vor. Diese Summe spart er selbst mit seinen monatlichen Beiträgen an, wobei der Versicherer mit einem bestimmten Prämienanteil Überschüsse zu erwirtschaften versucht. Hier nutzen Lebensversicherungen die unterschiedlichsten Anlageformen, die entscheidend für die Renditechancen und für das Verlustrisiko sind: Bank- und Fondssparpläne, Aktienhandel oder Immobilienfonds.

Das Jahr 2008 zählte 93 Millionen laufende Lebensversicherungen, von ihnen waren 78 Millionen kapitalbildend.

Einige Lebensversicherungen sichern ausschließlich den Todesfall ab. Dazu zählt zum Beispiel die Risikolebensversicherung. Sie ist hervorragend dazu geeignet, die Familie vor dem plötzlichen Tod eines Ehepartners zu schützen. Der Versicherungsnehmer bekommt sofort eine hohe Versicherungssumme beim Tod garantiert, auch wenn er noch nichts in die Versicherung eingezahlt hat. Sollte der Versicherungsnehmer allerdings das Ende der Vertragslaufzeit überleben, geht er leer aus. Da das Risiko des Versicherungsfalls viel geringer ist als bei einer Kapitallebensversicherung, die sowohl bei Tod als bei Erleben zahlt, ist sie sehr viel günstiger. Die Kapitallebensversicherung eignet sich dafür jedoch zur Rentenvorsorge sowie zur Kapitalanlage und gehört wohl deshalb zu den Verträgen, die die Versicherungsunternehmen am meisten abschließen. Da die Kapitallebensversicherung auch zur Altersvorsorge dienen kann, fördert der Staat sie mit steuerlichen Vergünstigungen bei der Auszahlung. Hierzu muss der Vertrag allerdings eine Mindestlaufzeit von zwölf Jahren haben und darf frühestens zum 60. Lebensjahr enden.  Die im Todesfall garantierte Leistung muss außerdem mindestens 60 Prozent der eingezahlten Beitragssumme ausmachen. Die Beiträge für Verträge vor 2005 sind bis zu einem Höchstbetrag steuerlich absetzbar. Die Versicherungssummen der folgenden Verträge muss der Versicherte mit dem halben persönlichen Steuersatz versteuern.

Am besten eignet sich zur Altersvorsorge die private Rentenversicherung, die im Prinzip auch eine Lebensversicherung ist. Sie versichert allerdings ausschließlich den Erlebensfall, bleibt dafür aber steuerfrei. Damit lohnt sie sich in der Regel zur Altersvorsorge mehr als eine Kapitallebensversicherung. Der Nachteil: Der Versicherte muss lange auf die Auszahlung warten und kann über die Versicherungssumme nicht frei verfügen.  Hohe Renditen versprechen insbesondere fondsgebundene Lebensversicherungen. Allerdings sind sie in der Regel eine riskantere Kapitalanlage, da ihr Wert stets von den Kapitalmärkten abhängt und sogar Verluste nicht ausgeschlossen sind.

Ein Vorteil der Lebensversicherung ist, dass Kunden während der Laufzeit immer wieder ihre Lebenssituation anpassen können. Falls der Versicherungsnehmer zum Beispiel ein niedrigeres Gehalt erhält und sich den monatlichen Beitrag nicht mehr leisten kann, könnte er eine niedrigere Versicherungssumme vereinbaren und damit seinen Beitrag senken. Außerdem gibt es noch weitere Alternativen, die er nutzen kann: Er kann zum Beispiel eine Beitragsfreistellung beantragen. Hier sollte der Versicherungsnehmer allerdings eines beachten, er muss für jede Vertragsänderung bezahlen. Allerdings ist diese bei weitem nicht so verlustreich, als eine bestehende Lebensversicherung zu kündigen. Der Kunde verliert besonders viel Geld, wenn er in den ersten Jahren der Laufzeit den Vertrag kündigt, denn zunächst verrechnet der Versicherer direkt die Vertragsabschlusskosten. Die Folge: Der Versicherungsnehmer baut in den ersten Jahren noch überhaupt kein Kapital auf. Auch später muss er auf die Erträge Kapitalertragssteuer zahlen. Bevor Versicherte ihre Police kündigen, sollten sie bedenken, dass eine Lebensversicherung mit höherem Alter abzuschließen spürbar schlechtere Konditionen mit sich bringt.